Zwischen Toyota und VW.
Fremdschlafen - 25. Juli 2011Fremdschlafen ist kein Fremdwort. Trotzdem weiss ich nicht, wieso es passiert. Manchmal ist es sehr schwierig alleine nach Hause zu gehen. Das Schwierigste ist dann aber der Weg von dort nach Hause. Laufen. Mit den kaputten Strümpfen und dem Wuschelhaar mit der Oma im Tram, die um 10 Uhr einkaufen geht und sich fragt, was mit der Welt nur passiert ist.
In solchen Momenten könnte ich mich selbst beissen. So richtig fest in den linken Oberarm. Bis der Knutschfleck auf der Rechten wie ein vollgefressenes Nilpferd aussieht. Früher hab ich mir selbst Knutschflecken gemacht. Heute sind sie meistens einfach da. Wenn man sich am Montagmorgen wieder einmal duscht, werden sie bemerkt. Heute hab ich gezählt. Drei Stück. Einen am Bein, einen am Arsch und noch einen am rechten nicht vorhanden Bizeps.
Am Samstag wollte ich mir nur ein Nachmittagsräuschen gönnen, damit ich um 24 Uhr meinen Kopf an der eigenen Bettkante stossen könnte. Alleine. Aus dem Nachmittagsräuschen wurde ein 15-stündiger Dauerzustand mit Discobesuch. Spätestens nach dem letzten Wochenende dachte ich, dass ich nun vernünftig geworden wäre. Letzten Freitag schlief ich zwar nicht fremd, doch in unserer Garage zwischen VW und Toyota. Zum Glück zu kurz um den Vater zu kränken. Ich möchte nicht wissen, was er wieder gedacht hätte, wenn er seine Tochter talentfrei wie immer und nach Abgas riechend am Betonboden aufgefunden hätte. Dann komme ich doch lieber erst um 10 Uhr morgens hinkend und Mascara verschmiert nach Hause und frage halbnüchtern nach dem Befinden unserer alten Katze. So wie diesen Sonntagmorgen. Mit einem Kinderpinguin im Hosensack und der Gewissheit, dass vor 2 Stunden mein nackter Arsch das Tageslicht zu erst gesehen hat.

Samstag, 3. September 2005