In der Halle auf dem Wolkenkratzer.

Swiss Nightlife Award 2011 - 16. Oktober 2011

Ich bin wach, immer noch, habe den Walk of Shame bereits hinter mir und liess alle Wesen, die ich auf meinem Heimweg gekreuzt habe, im Glauben, dass ich von Natur aus Scheisse aussehe.

Ich war an der Swiss Nightlife Award Party. Sogar bei der Preisverleihung war ich sporadisch vorhanden. Wie letztes Jahr halt. Und wie letztes Jahr hat sich auch nicht wirklich viel verändert. Eine solide Moderation, gerechtfertigte Sieger und ein heiteres Publikum, je länger und liquider der Abend. Ich freute mich in der Nacht vor allem auf Simian Mobile Disco und We Love Maschines. Beides habe ich verpasst. Ich musste einem schizophrenen Afroträger helfen, seinen verlorenen Bruder zu suchen. Gefunden haben wir ihn nicht. Vielleicht gab es auch gar keinen Bruder. Und schizophren war der Afroträger wahrscheinlich auch nicht. Höchstens betrunken.

Landsmann Remady hat Gas gegeben. Bei der Presiverleihung und hinter dem DJ Pult, was nichts mit Patriotismus zu tun hat. Fedde Le Grand und Eric Prydz kamen, waren da und gingen wieder. „So Much Love“ hat das ganze noch einmal eingeheizt und die Halle zum tanzen gebracht. Mittlerweile wusste auch ich, dass drin ein stricktes Rauchverbot galt und so verbrachte ich meine Stunden in Rausch und Rauch draussen mit anderen Herbstzeitlosen. Plötzlich war die Party vorbei und die Uhr zeigte Punkt 6 an. Ab ins Hive. Sogar der Fedde kam mit und fand sein Seelenheil im Töggelichasten spielen. Der Holländer sieht live imfall besser aus. So dachte ich zumindest gestern noch im Dunkeln. Dieser stahl dann noch irgendwann meinen Schal. Wo auch immer er sein mag, der Schal, nicht der Fedde, Ruhe in Frieden. Der H & M für 12 Franken lässt grüssen. Um unbestimmte Zeit zog ich mich mit einer vorher noch unbekannten Bekanntschaft auf die Dächer von Zürich zurück. Wolkenkratzer. Oder wie man den Halbständern in der Schweiz sonst sagen will. Für den Sonnenuntergang reichen sie auf jeden Fall.